Bis zur 51. Folge von Fernsehkritik-TV ist es noch eine Weile hin, deshalb muss ich mich heute schon mal per Blog mit der Show befassen, die uns seit diesem Samstag PRO 7 acht Wochen lang auftischen will. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie es das Fernsehen schafft, sich selbst zu unterbieten.

Wie schlimm diese Show ist, zeigt sich schon daran, dass der Sender wohl lange suchen musste, um neun willige Persönlichkeiten zu finden und diese auch noch irgendwie als “Prominente” zu verkaufen. Aufgemacht wurde die allerunterste Promi-Schublade, die Mehrzahl der Teilnehmer war mir zumindest noch nicht mal namentlich bekannt.

Gleich in der ersten Ausgabe hat man sich ein lustiges Spiel ausgedacht: Schlafentzug! Die Kandidaten wurden immer wieder nach kurzer Schlafperiode durch David Hasselhoffs “Looking for Freedom” geweckt und mussten einen (immer länger und komplizierter werdenden) Code eingeben, um die Terrormusik abzuschalten. Schlafentzug ist bis heute eine in vielen Staaten der Welt praktizierte Foltermethode (auch in den USA im Terrorgefängnis Guantanamo) – und PRO 7 macht daraus einfach mal eben eine lustige Spielshow.

Diese Show wirft nicht nur ein düsteres Bild auf den Sender Pro 7 (der sich sein vergleichsweise gutes Image als Privatsender mit einem solchen Format unnötig ramponiert), sondern natürlich auch auf die Kandidaten: Es zeigt, wie weit mediengeile C-Promis gehen, um im Gespräch zu bleiben. “Foltere mich, quäle mich, Hauptsache ich bin im Fernsehen” lautet die Devise – ist das nicht pervers? Es wirft aber auch ein schlechtes Bild auf die Zuschauer, die sich eine solche Show (wohlgemerkt zur Belustigung) ansehen. Was wird die nächste Stufe sein? Elektroschocks? Oder gleich Scheinhinrichtungen?


geschrieben am 17.07.2010 um 22:53 von Fernsehkritiker ·   103 Kommentare Kommentar hinterlassen

« »