Nanu, was planen denn da die Öffentlich-Rechtlichen schon wieder? ZDF-Intendant Markus Schächter hat nach Angaben der Financial Times Deutschland angekündigt, gemeinsam mit dem WDR eine kommerzielle Online-Videothek namens “Germany Gold” aufzubauen. Soll heißen: Inhalte von ARD und ZDF sollen im Netz zum Download angeboten werden – natürlich kostenpflichtig. ZDF und WDR sind da ganz schlau, andererseits aber auch leicht durchschaubar: Beide Sender haben mit ZDF Enterprises und WDR Mediagroup Tochterunternehmen gegründet, da sie selbst auf diese Weise kein Geld verdienen dürften. Aber warum dürfen es dann offizielle Tochterfirmen? Das Säckl, in welches das Geld fließt, ist doch am Ende das selbe.

Umso merkwürdiger ist noch, dass Schächter in bezug auf Informationsinhalte (also etwa die im Sommer startende “heute”-App) auf der gestrigen ZDF-Pressekonferenz klar betont hat, dass den Öffentlich-Rechtlichen ein Geld verdienen damit gesetzlich verboten ist (HIER in unserem YouTube-Kanal zu sehen). Aber warum gilt dann für fiktionale Inhalte und Unterhaltung etwas anderes? Bezahlt haben wir doch sowohl das eine als auch das andere von unseren Gebühren.

Schade, dass Schächter seinen Plan für “Germany Gold” nicht auf der Pressekonferenz kundtat. Ich hatte nämlich hinterher die Gelegenheit, ein kurzes Interview mit ihm zum Start des Senders “ZDF.kultur” zu führen (zu sehen in Folge 68). Selbstverständlich hätte ich ihn im Interview auch mit diesem Thema konfrontiert. Nun ja, die Antwort wäre vermutlich ohnehin unbefriedigend gewesen…


geschrieben am 29.04.2011 um 18:42 von Fernsehkritiker ·   8 Kommentare Kommentar hinterlassen

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