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	<title>Fernsehkritik-TV Blog</title>
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	<description>Ein neues WordPress-Weblog</description>
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		<title>Ergänzendes zur Spendenaktion</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 06:33:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[
Diverse T-Shirt-Bestellungen haben mich bereits erreicht, es läuft also schon mal ganz gut an bei der aktuellen Spendenaktion (Infos dazu in Folge 114) . Herzlichen Dank schon mal an alle, die besonders schnell gehandelt haben. Schauen wir mal, ob genug zusammenkommt. Der Versand der T-Shirts kann nur nach und nach passieren, ich bitte daher um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/05/scheiss_shot500.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2282" title="scheiss_shot500" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/05/scheiss_shot500.jpg" alt="Screenshot Folge 114" width="500" height="268" /></a></p>
<p>Diverse <strong>T-Shirt-Bestellungen</strong> haben mich bereits erreicht, es läuft also schon mal ganz gut an bei der aktuellen Spendenaktion (Infos dazu in <strong><a href="http://fernsehkritik.tv/folge-114/Start/#jump:3-1" target="_blank">Folge 114</a></strong>) . Herzlichen Dank schon mal an alle, die besonders schnell gehandelt haben. Schauen wir mal, ob genug zusammenkommt. Der Versand der T-Shirts kann nur nach und nach passieren, ich bitte daher um etwas Geduld. Länger als zehn Tage sollte aber niemand auf sein Shirt warten müssen. Die Spendenuhr wird etwa zweimal pro Tag aktualisiert.</p>
<p>Zum <strong>Kalkofe-Gewinnspiel</strong> sei noch zu sagen, dass ich bei der Verlosung der DVD-Boxen natürlich teilweise nur Namen habe (etwa bei einer Bank-Überweisung) und keine E-Mail-Adresse. Sobald die Gewinner feststehen bitte ich daher darum, drauf zu achten, ob der eigene Name aufgeführt ist. Bei Spendern per Paypal habe ich ja jeweils eine E-Mail-Adresse, über die ich Gewinner informieren kann.</p>
<p>Das Oberlandesgericht Köln hat übrigens noch das <strong>Protokoll der Gerichtsverhandlung</strong> geschickt. Es fällt sehr kurz aus und ist nicht weiter informativ. Der Vollständigkeit halber sei es <a href="http://dl.fernsehkritik.tv/OLGProtokoll.pdf" target="_blank">hier aber trotzdem zum Download angeboten</a>.</p>
<p>Lesenswert ist abschließend noch <a href="http://www.lhr-law.de/magazin/rtl-eine-beleidigte-marke" target="_blank"><strong>diese juristische Analyse des gesamten Verfahrens</strong></a>.</p>
<p>Frohe Pfingsten!</p>
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		<title>Zurück aus Köln</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/05/zuruck-aus-koln-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 16:28:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[So, heute fand sie nun statt, die Berufungsverhandlung zur Mülltonnen-Version unseres „Scheiß RTL“-Shirts. Ich bin natürlich nicht gerade mit großen Erwartungen zum Oberlandesgericht Köln gereist, denn ich fürchtete, dass wir dort genauso abgefertigt werden wie vorm Landgericht. Doch so war es dann nicht: Auch wenn wir letztendlich die Freigabe des Shirts nicht erreicht haben, hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- P { margin-bottom: 0.21cm; } -->So, heute fand sie nun statt, die Berufungsverhandlung zur Mülltonnen-Version unseres <strong>„Scheiß RTL“-Shirts</strong>. Ich bin natürlich nicht gerade mit großen Erwartungen zum <strong>Oberlandesgericht Köln</strong> gereist, denn ich fürchtete, dass wir dort genauso abgefertigt werden wie vorm Landgericht. Doch so war es dann nicht: Auch wenn wir letztendlich die Freigabe des Shirts nicht erreicht haben, hat der Richter uns dennoch in manchen Punkten zugestimmt – und das allein war die Sache schon wert.</p>
<p>Nun kann man zu Recht sagen: Was nützen warme Worte des Richters, wenn man am Ende nicht erfolgreich ist? Das mag sein, aber immerhin kann niemand mehr behaupten, wir hätten mit unserer Rechtsauffassung komplett daneben gelegen. Der Richter betonte mehrmals, dass es unterm Strich eine Frage der Abwägung ist. Will sagen: Irgendwie haben beide Seiten gute Argumente, die es zu bewerten gilt  – und unserer Seite gestand er unter anderem zu, sich durchaus mit Recht auf die  Meinungs- und Kunstfreiheit berufen zu können. Allerdings sei allein durch unsere Verballhornung nicht klar geworden, warum RTL nun scheiße sein soll. Ich erwiderte dann, dass ich bei einer verkürzten Logo-Parodie auf einem T-Shirt gar nicht derart ins Detail gehen kann – was auch wiederum vom Richter als Argument anerkannt wurde. Letztendlich kann ich sagen, dass er uns immer wieder zustimmte, aber bei Abwägung dann trotzdem bei einer Sache bleiben wollte: „Scheiß RTL“ sei zu substanzlos, es sei ein zu heftiger &#8220;Rundumschlag&#8221;.</p>
<p>Die Gegenseite, diesmal war neben dem Anwalt auch ein Justiziar von RTL dabei, hatte somit mehr vorzutragen als damals vorm Landgericht. Der Anwalt argumentierte, es wäre sozusagen ein Freifahrtschein für eine „Beleidigungskultur“, wenn ein solches T-Shirt erlaubt sein. Das ist interessant: Aus meiner Sicht spitzte sich die Argumentation immer mehr auf das Wort <strong>„scheiß“</strong> zu. Das ist durchaus neu, denn die Gegenseite hatte auch generell die <strong>markenmäßige Benutzung des RTL-Logos</strong> immer wieder vorgetragen – allein damit wäre sie jedoch wohl vor dem OLG Köln diesmal gescheitert. Denn der Richter wies daraufhin, dass wir mit einem gleichwertigen T-Shirt, auf dem <strong>„Kein RTL“</strong> gestanden hätte, durchaus erfolgreicher gewesen wären. Als Einladung, solche T-Shirts nun auf den Markt zu bringen, darf man das freilich nicht verstehen, denn würde man so handeln und RTL erneut auch dagegen vorgehen, hätte man womöglich wieder einen anderen Richter, der da wieder eine andere Auffassung vertreten würde.</p>
<p>Es war nun der Punkt gekommen, an dem eine Lösung her musste. Der Richter wies darauf hin, dass für uns unter Abwägung aller Pro- und Contra-Argumente eine erfolgreiche Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Köln trotzdem <strong>nicht</strong> in Aussicht stehe. Ebenso machte er aber der RTL-Seite deutlich, dass von deren Argumenten nicht alle vom Gericht geteilt würden. Sein Vorschlag: Wir ziehen die Berufung zurück, dafür zahlt RTL seinen Anwalt für diese Instanz selbst (ein Betrag von etwa 4200 Euro). Die Gerichtskosten trage zwar ich – dadurch, dass kein Urteil gefällt wurde, wird es für mich aber um 50% billiger: Statt 4200 Euro Gerichtskosten werden für mich nur 2100 Euro Gerichtskosten fällig. Ich habe also 6400 Euro gespart – gegenüber dem Weg, dass ich es hätte drauf ankommen lassen, welches Urteil das Gericht spricht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich verliere, war nun mal sehr hoch. Der Richter kündigte es mir ja sogar an, nachdem er sich mit den beiden anderen Richtern zwischendurch zu einer Beratung zurückgezogen hatte.</p>
<p>Ein substanzieller Punkt wäre das Argument gewesen, nach dieser verlorenen Instanz den Gang zum <strong>Bundesgerichtshof</strong> anzutreten. Doch dies wäre gar nicht so leicht geworden, denn der Richter betonte, dass er eine <strong>Revision ausschließe</strong>. Das ist bemerkenswert: Die Instanz, die selbst das Urteil spricht, kann auch bestimmen, ob sie eine Revision dagegen zulässt. Das konnte ich gar nicht glauben – ist aber so. Wir hätten also den Bundesgerichtshof überzeugen müssen, sich trotzdem der Sache anzunehmen. Das nennt sich <strong>„Nichtzulassungsbeschwerde“</strong> und <strong>kostet extra</strong>. Und selbst, wenn wir dann tatsächlich es doch noch vor den Bundesgerichtshof geschafft hätten, wären wir endgültig auf dem Roulette-Tisch angekommen: All-In! Rot oder schwarz! Verliert man, wird es nochmal richtig teuer (BGH kostet ein weiteres Drittel mehr als OLG, also Kosten von gut 18.000 Euro). Gewinnt man allerdings, bekommt man das gesamte gezahlte Geld aller Instanzen zurück (und RTL müsste alles zahlen) und das T-Shirt dürfte wieder in den Verkauf. Ein reizvoller Gedanke – aber unter dem Gesichtspunkt, dass inzwischen die Spendenbereitschaft der Community spürbar nachlässt (was ich absolut nachvollziehen kann), ist mir dieses Risiko einfach zu hoch. Und wie gesagt: Womöglich wären wir eh nie bis zum Bundesgerichtshof gekommen.</p>
<p>Was bleibt, sind ein letztes Mal Kosten für mich. Ich muss jetzt nachträglich noch die erste Instanz für das Mülltonnen-Shirt zahlen und die zweite Instanz eben nur zum Teil. Die Gesamtsumme liegt bei etwa<strong> 11.000 Euro</strong>. Ergo: Wenn wir die Spendenuhr auf der Startseite in einem letzten Kraftakt noch voll kriegen, ist die Angelegenheit geritzt. Ich werde mir noch eine besondere Aktion überlegen, um es für die Spenderinnen und Spender ein wenig attraktiver zu machen – dazu gibt’s dann demnächst mehr Infos. Wer also jetzt spenden will, möge zunächst noch warten &#8211; denn die Aktion gilt nur für Spenderinnen und Spender ab Tag X. Rückwirkend kann ich das nicht machen.</p>
<p>Ich denke, dass es trotz allem wert war, sich zu wehren und vor Gericht um die Sache zu streiten. Dass das Oberlandesgericht uns zumindest zum Teil folgte, empfinde ich ebenso als kleine Genugtuung wie die Tatsache, dass RTL seinem Anwalt <strong>4200 Euro</strong> selbst überweisen muss. Das ist immerhin das Budget für eine ganze Woche <strong>„Familien im Brennpunkt“</strong>&#8230; oder so.</p>
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		<title>Am humpelnden Band</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/04/am-humpelnden-band/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 20:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Greggy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles wie gehabt in meinen Texten. Es hagelt  billige Polemik. Los geht&#8217;s!
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute: Es gibt eine neue Gameshow im deutschen Fernsehen. Und nun die schlechte: Sie läuft auf Sport1.
Laufband Quiz; Montag bis Freitag; 18:00 bis 18:30 Uhr; Sport1
Dafür, dass das ehemalige DSF  ein Sportsender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles wie gehabt in meinen Texten. Es hagelt  billige Polemik. Los geht&#8217;s!<br />
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute: Es gibt eine neue Gameshow im deutschen Fernsehen. Und nun die schlechte: Sie läuft auf Sport1.</p>
<p><strong>Laufband Quiz; Montag bis Freitag; 18:00 bis 18:30 Uhr; Sport1</strong></p>
<p>Dafür, dass das ehemalige DSF  ein Sportsender sein möchte, ist der Anteil der  Sendestrecken, die mit Gurkenhobelreklame, dreister Abzocke (Sportquiz mit Winkler und Milski) und Sexy Sport Clips gefüllt werden, erschreckend hoch.</p>
<p>Das Programm darf nichts kosten. Gerade deshalb nötigt mir das <em>Laufband Quiz</em> besonderen Respekt ab, hat man doch knapp 300 Euro in die Hand genommen, um bei Ebay eine guterhaltene  Trimmdich-Tretmühle aus einem Nichtraucherhaushalt zu ersteigern.</p>
<p>Weil richtige Moderatoren Gage verlangt hätten, steht also nun die als Netzreporterin aus dem <em>&#8220;pickepacke vollen&#8221;</em> (Arnd Zeigler)  <em>Bundesliga Aktuell </em>bekannte Schülerpraktikantin <a href="https://twitter.com/SteffiBrungs">Steffi Brungs</a> neben den hyperventilierenden  Zufallskandidaten; eine pausbäckige Kichererbse, deren hervorstechendstes Talent es ist, fehlerfrei Kommentare von Fußballfans aus Facebook abzulesen, die vor lauter Grammatik- und Rechtschreibfehlern zu implodieren drohen.</p>
<p>Und weil die Sendung das Budget von 500 Euronen nicht übersteigen darf, steht Steffi in wattierter Winterjacke, aus der ihr Kopf nur zentimeterweise herausragt, in einem zugigen Shoppingcenter in München. Die Bahnhofsmission wäre wenigstens beheizt gewesen, verlangte aber leider auch einen Fuffi Miete. Das war einfach nicht drin.</p>
<p>Die Regeln sind fix erklärt und erschließen sich sogar Sport1-Zuschauern, denen man für gewöhnlich erklären muss, wann es lustig wird; nämlich dann, wenn Jörg Wontorra im <em>Doppelpass </em>laut und langsam vorwarnt: <em>&#8220;Achtung, das ist nur Satire!&#8221;</em></p>
<p>Man startet mit lockeren 6 km/h auf der Puddingmaschine. Bei jeder falschen Antwort wird um  2 km/h schneller gestellt. Nach 10 richtigen Antworten gewinnt der Kandidat  500 Euro.</p>
<p>Die Fragen gestalten sich jedoch vielschichtiger als vermutet.</p>
<p><img src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/Unbenannt.jpg" alt="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/Unbenannt.jpg" /></p>
<p>(richtige Antwort: Cockring in Partnerlook)</p>
<p><img src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/oo.jpg" alt="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/oo.jpg" /></p>
<p>(Superbrains kennen die Lösung: Claudia Pechsteins Schlafzimmer)</p>
<p>Da kommt der dicke Emre geschwind ins Schwitzen und plumpst  &#8230; pardauz! vom Band</p>
<p><img src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/ggo.jpg" alt="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/ggo.jpg" /><br />
<em>(alle Screenshots von Sport1, 08.04.2013)</em></p>
<p>Nennen Sie mich bekloppt, aber ich mag das <em>Laufband Quiz</em> aus einem besonderen Grund: Es ist kein <em>Wer wird Millionär</em>-Muckefuck, bei dem ein Äffchen mit Schreibmaschine aufgrund der Multiple Choice-Methode mit ein bisschen Glück den Thron des Quizkönigs erklimmen kann.</p>
<p>Andererseits ist für den TV-Zuschauer offensichtlich, dass die umstehenden Gaffer ungestraft einsagen können. Die wissensdefizitären  Jogger ändern all zu oft nach kundigen Zwischenrufen ihre Meinung auf richtig. Wenn man diesen Mißstand abstellt, steckt Potential in der Show.</p>
<p>Mit ein bisschen mehr Budget (Studioproduktion statt Fußgängerzonengaudium) und ein wenig mehr Knowhow (bitte, bitte schmeißt den öligen Lappen raus, der sich die Moderation mit Steffi teilt), könnte aus diesem lieblos hingemurksten Lückenfüller noch etwas Anständiges werden.</p>
<p>Denn das ist die gute Nachricht: Es gibt eine neue Gameshow.</p>
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		<title>Unforced Error</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 18:56:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Greggy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Hey, Sie da! Sie werden es nicht mitbekommen haben. In den vergangenen vier Wochen fanden in Indian Wells und Miami die beiden größten Tennisturniere abseits der vier Grand Slams statt. Der deutsche Fernsehzuschauer merkte davon jedoch nichts. Mit dem Ende der Saison 2012 verlor Eurosport, das viele Jahre lang ebenso extensiv wie verlässlich von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hey, Sie da! Sie werden es nicht mitbekommen haben. In den vergangenen vier Wochen fanden in Indian Wells und Miami die beiden größten Tennisturniere abseits der vier Grand Slams statt. Der deutsche Fernsehzuschauer merkte davon jedoch nichts. Mit dem Ende der Saison 2012 verlor Eurosport, das viele Jahre lang ebenso extensiv wie verlässlich von der WTA-Tour berichtet hatte, <a href="http://www.tennisnet.com/oesterreich/welttennis/damen/Keine-Vertragsverlaengerung-Kein-Damentennis-mehr-bei-Eurosport/4391813">aufgrund der Gier des Vermarkters  Perform</a> die Übertragungsrechte.</p>
<p>Nach Monaten der Ungewissheit, verkündete ausgerechnet die malade Pro7Sat.1-Gruppe, die außer der Fußball Europa League und dem Superbowl keinerlei Livesport im Portfolio hält,  in der vergangenen Woche einen Rechtedeal mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB). Fed Cup, Davis Cup und noch ein bisschen mehr laufen fortan <a href="http://www.dwdl.de/nachrichten/40161/dtbkooperation_tennisaufschlag_bei_sat1_gold/">beim Menopausenkanal Sat.1 Gold</a> (vgl. <a href="http://fernsehkritik.tv/folge-108/Start/#jump:3-1">FKTV Folge 108</a>)</p>
<p><img src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/Unbenannt.png" alt="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/04/Unbenannt.png" /><br />
(Ein Kommentar von Laura Robson)</p>
<p>So ganz sicher, was man nun genau mit dem erworbenen Paket anstellen soll, ist  man sich in Unterföhring offenbar nicht. Die <a href="http://www.ran.de/de/tennis/1303/News/prosiebensat1-vereinbart-langfristige-partnerschaft-mit-dem-deutschen-tennis-bund-dtb.html">Meldungen der ersten Tage waren detailarm</a> und ließen befürchten, dass sich am Status Quo nichts Entscheidendes ändern werde: Wer Tennis sehen will, guckt in die leere Röhre oder muss ins Internet ausweichen.</p>
<p>Und genau so kommt es auch. Mit dem <a href="http://www.wtatennis.com/tournaments/tournamentId/738/title/family-circle-cup">WTA-Turnier in Charleston</a> in dieser Woche fällt der Startschuss für den Rückzug des Tennis in die kleinste mediale Nische. Da helfen auch die vollmundigen Salbadereien des Murks- und Fettnäpfchenpräsidenten Karl-Georg Altenburg,  der maßgeblichen Anteil an der erbärmlichen Außendarstellung des Sports, insbesondere im Männerbereich trägt (vgl. <a href="http://www.sport1.de/de/tennis/tennis_atp/newspage_688908.html">hier </a>oder <a href="http://www.tz-online.de/sport/dtb-boss-altenburg-davis-olympia-teilnahme-2465357.html">hier</a>), herzlich wenig: <em> Ein zentraler Bestandteil der Strategie des neuen Präsidiums ist es, die Präsenz von Tennis in den Medien, und zwar online und offline, wieder zu erhöhen.&#8221; </em></p>
<p>Online konnte, wer wusste wo, auch bisher schon jeder fast alles sehen. Offline war Eurosport dank flächendeckender Empfangbarkeit  und souveräner Aufbereitung das Nonplusultra.<br />
Sat.1 Gold verfügt derzeit über eine technische Reichweite von 60 Prozent, was bedeutet, dass über ein Drittel aller  potentiellen Zuschauer den Sender überhaupt nicht empfangen kann. Das allein ist aber irrelevant, wenn das Turnier in South Carolina ohnehin nur <a href="http://www.ran.de/de/tennis/video/1304/tennis-wta-tour-charleston-livestream-live.html"> bei ran.de</a> im Internet übertragen wird.</p>
<p>Dort begrüßt uns zur Premiere ein Relikt aus längst vergessener Zeit: Herbert Gogel (&#8220;Zu Land, zu Wasser und in der Luft&#8221;) . Hoffentlich muss ich nicht mit meinem Labello auf dem Monitor rumkritzeln, um dem Match zwischen Bine Lisicki und Anna Tatishvili folgen zu dürfen!</p>
<p>Wenigstens läuft der Stream flüssig und in guter Qualität. Ich bin wahrscheinlich der einzige, der zuschaut. Woher soll das geneigte Publikum auch ahnen, dass es hier etwas zu sehen gibt, wenn nirgendwo dafür geworben wird?</p>
<p>Dem sauberen Ton entnehme ich, dass sich Gogel Earth nicht vor Ort befindet. Mr Rautenpulli hockt in einem Studio in  München (gleich bei der Autobahn) und redet allerlei Unerqueckliches, das nicht zum Erkenntnisgewinn beiträgt, zum Weltbild, das man auch anderswo &#8211; ich erwähnte es bereits &#8211; sieht. Aber das kennt man ja von den geschätzten Kollegen von Eurosport. No harm, no foul!</p>
<p>Pro7Sat.1 verschusselt  die  große Chance, Tennis zu einer Renaissance im deutschen Fernsehen zu verhelfen. Alle Sportarten, abgesehen von König Fußball, funktionieren auf breiter medialer Basis nur, solange nationale Identifikationsfiguren vorhanden sind.</p>
<p>Zum ersten Mal seit den Tagen von Steffi Graf und Anke Huber, (no pun intended!)  verfügen die deutschen Damen über eine Generation von vier bis sechs Spielerinnen, die zwar nicht um die großen Titel mitspielt, jedoch nach Jahren der sportlichen Dürre, in der mehr Talente gingen (Lamade, Kandarr, Werner) als kamen, nicht allein  gute Ergebnisse erzielt. Petkovic, Kerber, Görges sind sympathisch, attraktiv und deshalb vermarktbar. Man muss sie nur ins Schaufenster stellen und die Kunden stehen in Zweierreihe Schlange.</p>
<p>Solange man in Unterföhring allerdings nicht die Chuzpe besitzt, die Mädchen in einen der Hauptsender Sat.1, Pro7 oder Kabel 1 zu hieven, um das vorhandene Potential auszuschöpfen, wird die aktuelle Hochphase unter Ausschluss der Öffentlichkeit verpuffen.</p>
<p>Ein möglichst großes Publikum wäre besonders wichtig, da 2013 mit dem neuen Turnier in Nürnberg, neben dem Porsche-Klassiker in Stuttgart,  zum  ersten Mal seit fünf Jahren ein zweites Main Tour-Event in Deutschland ausgetragen wird.</p>
<p>Immerhin, ich will versöhnlich enden, wurde  der akustische Super-GAU in letzter Sekunde abgewendet. Statt Heißluftturbine  Frank Buschmann, der bei P7S1 als Experte für alles, von Basketball über American Football bis Quizboxen gilt, als Kommentator vors Mikrophon zu dübeln, wurde die weise Entscheidung getroffen, Matthias Stach aus dem Eurosport-Stall zu verpflichten. Stach ist ein angenehmer Zeitgenosse, ein  unaufgeregter Kenner, der mehr zu berichten weiß, als man ohnehin gerade sieht.</p>
<p>Mach et, Matze!</p>
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		<title>Vorerst gerettet</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 11:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin allen Spenderinnen und Spendern noch eine Übersicht der bisherigen Zahlungen im &#8220;Scheiß RTL&#8221;-Verfahren schuldig. Dies soll hiermit nachgeholt werden:




Insgesamt habe ich also bislang 16.301,85 Euro überweisen müssen. Darin enthalten sind die gesamten Verfahrenskosten für das von uns als abgeschlossen akzeptierte Verfahren um das Logo-Shirt. Das Ding ist also abgefrühstückt. Lediglich die zweite Rechnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin allen <strong>Spenderinnen und Spendern</strong> noch eine Übersicht der bisherigen <strong>Zahlungen im &#8220;Scheiß RTL&#8221;-Verfahren</strong> schuldig. Dies soll hiermit nachgeholt werden:</p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung1.jpeg"><img class="alignnone size-full wp-image-2149" title="Rechnung1" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung1.jpeg" alt="" width="609" height="842" /></a></p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung2.jpeg"><img class="alignnone size-full wp-image-2150" title="Rechnung2" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung2.jpeg" alt="" width="609" height="842" /></a></p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung3.jpeg"><img class="alignnone size-full wp-image-2151" title="Rechnung3" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung3.jpeg" alt="" width="609" height="842" /></a></p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung4.jpeg"><img class="alignnone size-full wp-image-2152" title="Rechnung4" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/Rechnung4.jpeg" alt="" width="609" height="842" /></a></p>
<p>Insgesamt habe ich also bislang <strong>16.301,85 Euro</strong> überweisen müssen. Darin enthalten sind die gesamten Verfahrenskosten für das von uns als abgeschlossen akzeptierte Verfahren um das <strong>Logo-Shirt</strong>. Das Ding ist also abgefrühstückt. Lediglich die zweite Rechnung meines Anwalts bezieht sich bereits auf die Vorbereitung der Berufungsverhandlung um das Mülltonnen-Shirt vor dem Oberlandesgericht Köln. Als Termin dafür ist, wie schon mal angekündigt, <strong>der 3. Mai 2013</strong> anberaumt. Die gegnerische Anwaltsseite hat gerade um einen Monat Fristverlängerung für eine schriftliche Erwiderung unserer Berufungsbegründung gebeten &#8211; müssen die womöglich länger über gute Argumente nachdenken?</p>
<p>Auf dem Spendenkonto befinden sich derzeit noch <strong>1.674,28 Euro</strong>. Sollte das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Köln für uns ebenfalls komplett verloren gehen, wird es leider nochmal richtig teuer: Dann müssten die Verfahrenkosten beim Mülltonnen-Shirt für das Landgericht Köln <strong>und</strong> das Oberlandesgericht Köln gezahlt werden. Da ist dann nochmal mit einer Summe im fünfstelligen Bereich zu rechnen (vermutlich selbst dann, wenn wir uns dazu entschließen würden, den Bundesgerichtshof einzuschalten).</p>
<p>Aber wir sind optimistisch, dass wir was erreichen können. Wir sind fest davon überzeugt, dass das Landgericht Köln beim Mülltonnen-Shirt falsch entschieden hat. Und deswegen ist es, trotz aller Risiken, ein richtiger Schritt, hier weiterzugehen.</p>
<p>Allen Spenderinnen und Spendern danke ich an dieser Stelle nochmal sehr sehr herzlich für die Unterstützung. Und ich hoffe natürlich, dass im Falle weiterer Kosten die Unterstützungsbereitschaft noch vorhanden ist.</p>
<p><strong>Der Kampf geht weiter!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Staatssekretär im Delirium</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/03/staatssekretar-im-delirium/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 14:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Passauer Jurist Ermano Geuer, der eine Popularklage gegen den neuen Rundfunkbeitrag vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht hat (Fernsehkritik-TV berichtete), ist dem Verhandlungstermin ein Stückchen näher. Inzwischen haben ihn diverse Stellungnahmen der Antragsgegner erreicht: Juristen des ZDF haben sich umfassend geäußert, des Bayerischen Rundfunks, zudem auch von Deutschlandradio und der Bayerischen Staatsregierung. Ja, und dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Passauer Jurist <strong>Ermano Geuer</strong>, der eine <strong>Popularklage</strong> gegen den <strong>neuen Rundfunkbeitrag</strong> vor dem <strong>Bayerischen Verfassungsgerichtshof</strong> eingereicht hat (<a href="http://fernsehkritik.tv/folge-107/" target="_blank"><strong>Fernsehkritik-TV berichtete</strong></a>), ist dem Verhandlungstermin ein Stückchen näher. Inzwischen haben ihn diverse <strong>Stellungnahmen der Antragsgegner</strong> erreicht: Juristen des <strong>ZDF</strong> haben sich umfassend geäußert, des <strong>Bayerischen Rundfunks</strong>, zudem auch von <strong>Deutschlandradio</strong> und der <strong>Bayerischen Staatsregierung</strong>. Ja, und dann gibt es auch noch eine <strong>Stellungnahme des Bayerischen Landtags</strong> &#8211; verfasst von einem ehemaligen Staatssekretär. Doch von seriösen juristischen Formulierungen ist hier wenig zu merken: Das dreiseitige Schreiben ist derart peinlich, dass man als Leser schwankt zwischen Lachen und Entsetzen. Nicht nur, dass die Stellungnahme diverse Rechtschreibfehler beinhaltet (&#8220;hinischtlich&#8221;, &#8220;Namenkontrollklage&#8221;), sie strotzt auch vor falschem Satzbau und kruden Formulierungen &#8211; so, als habe der Herr Staatssekretär a.D. beim Schreiben nebenbei paar Fläschchen Wein (oder ein paar Maß Bier?) geleert. Kostproben:</p>
<p><em>&#8220;Der Gleichheitsgrundsatz kann nur dazu herangezogen werden, dass Willkür gegen einzelne oder bestimmte Gruppen verboten ist </em><em>[...]</em><em>&#8220;</em></p>
<p><em>&#8220;Die Rüge der Verletzung des informationellen Selbstbestimmungsrechts geht fehl.&#8221;</em></p>
<p><em>&#8220;Die Selbstbestimmung [...] kann durch den Gesetzgeber so lange ausgeübt werden, als es sich um einen legitimen Zweck und einer grundsätzlichen Verhältnismäßigkeit handelt.&#8221;</em></p>
<p>Geuer hatte von Anfang an das Gefühl, dass der Bayerische Landtag nicht wirklich Lust hat, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Zunächst kam lange Zeit gar nichts &#8211; und nun plötzlich dieses lieblos dahingerotzte Schriftstück. Auf diese Art und Weise jedoch blamiert sich das Parlament bis auf die Knochen &#8211; da wäre es dann tatsächlich besser gewesen, sich gar nicht zu äußern. Prost!</p>
<p><a href="http://dl.fernsehkritik.tv/LTstellungnahme1.jpg" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2140" title="LTstellungnahme1_500" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/LTstellungnahme1_5001.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a></p>
<p><a href="http://dl.fernsehkritik.tv/LTstellungnahme2.jpg" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2132" title="LTstellungnahme2_500" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/LTstellungnahme2_500.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a></p>
<p><a href="http://dl.fernsehkritik.tv/LTstellungnahme3.jpg" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-2131" title="LTstellungnahme3_500" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/LTstellungnahme3_500.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a></p>
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		<title>Das Juhnke-Experiment</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/03/das-juhnke-experiment-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 14:48:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Greggy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend mutierte meine Berieselungsglotze zum Mitmachfernsehen. Es bedurfte nur eines prall gefüllten Spirituosenschranks, einer erhöhten Ekelschwelle und großen Dursts, und schon konnte es losgehen. So macht Interaktivität Spaß!
Das Jenke-Experiment; 11.03.; 21:15 &#8211; 22:15 Uhr; RTL 
Der rasende Extra-Reporter Jenke von Wilmsdorff (war das nicht die Transe aus dem Rosa von Praunheim-Film?) darf nach seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend mutierte meine Berieselungsglotze zum Mitmachfernsehen. Es bedurfte nur eines prall gefüllten Spirituosenschranks, einer erhöhten Ekelschwelle und großen Dursts, und schon konnte es losgehen. So macht Interaktivität Spaß!</p>
<p><strong>Das Jenke-Experiment; 11.03.; 21:15 &#8211; 22:15 Uhr; RTL </strong></p>
<p>Der rasende <em>Extra</em>-Reporter Jenke von Wilmsdorff (war das nicht die Transe aus dem Rosa von Praunheim-Film?) darf nach seinen Erfahrungstrips als alleinerziehende Mutter, BBW-Liebhaber und Haustier bei den Jacob Sisters nun jeden Montag auf dem wertvollen Sendeplatz nach <em>Wer wird Millionär</em>, auf dem ansonsten Restaurantretter Rach und Bauernbuhle Bause Spitzenquoten holen, in seiner eigenen Reportagereihe ran. Er stürzt sich in den kommenden Wochen in immer neue, waghalsige Abenteuer, dieser Haudegen!</p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/title.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2122" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/title-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><br />
(Photo: RTL / Willi Weber)</p>
<p>Los geht&#8217;s mit einem Selbstversuch als Alkoholiker. Wie bei jedem gewöhnlichen Trinker auch, ist die Sauferei auf vier Wochen Dauerrausch begrenzt und findet unter ärztlicher Aufsicht statt. Damit auch alles schön authentisch wird.</p>
<p><a href="http://rtl-now.rtl.de/das-jenke-experiment/alkohol.php?container_id=117213&amp;player=1&amp;season=1">Ganze Sendung in der RTL-Mediathek </a></p>
<p>Ich war Montagmittag beim Spritdealer meines Vertrauens und habe mich mit einer erlesenen Auswahl von geistigen Getränken versorgt, um live mitverfolgen zu können, ob uns Venus von Willendorf auch keinen Selbstgekelterten für einen Grand Cru vormachen will.</p>
<p>Weil eine Stunde Sendung ein bisschen zu wenig ist, um gut draufzukommen, beginne ich mit dem Vorglühen, sobald Günther Jauch mit seiner Multiple Choice-Dokusoap beginnt.<br />
Und das erweist sich sehr bald als gute Entscheidung. Wenn ich nicht bereits den entsprechenden Pegel erreicht hätte, würde mich der Spinner mit den großen Zähnen, der &#8220;Roxanne&#8221; von the Police nicht kennt, dazu nötigen, die Pulle in die Mattscheibe zu schleudern.</p>
<p>Dabei macht Alkohol keinegswegs aggressiv. Er verstärkt lediglich die Eigenschaften, über die ein Mensch im nüchternen Zustand verfügt. Ich hasse Dummheit, Du Penner!<br />
Und dann bekommt das nichtsnutzige Ohrfeigengesicht auch noch eine Millionenfrage gestellt, die die Benimmexpertin des MDR, Nandine Meyden, von Jahren ausgiebig in Zwiegespräch mit Peter Imhof beantwortet hat, und die man deshalb mühelos als aufmerksamer Zuschauer von TV Total beantworten kann. Pfui! Buh! Ich hau Dir auf die Schnauze, Jauch!</p>
<p>Komm, schickt den Jenke on air, schlimmer kann&#8217;s heute nicht mehr werden. Schnell noch einen Kurzen reingeschwenkt, zur Beruhigung.</p>
<p>Die erste faustdicke Lüge folgt innerhalb der ersten Minute: &#8220;Alkohol ist die Volksdroge Nummer eins&#8221;. Faktisch falsch, Kumpel! 0,4 Prozent Alkoholiker stehen 62 Prozent Anhänger der christlichen Kirchen gegenüber.</p>
<p>Während sich Jenke nach einer durchzechten Nacht knüllehammerdick mehrere Alka Seltzer in die Birne dübelt, darf seine blonde Lebensgefährdung einige nichtssagende Allgemeinplätze in die Kamera lallen, dass man sich fragt, wer hier eigentlich besoffen ist. Ich oder die?</p>
<p>Ich mach mir noch ein Weizen auf. Der Kollege erlebt derweil Selbstverständlichkeiten, die er sich nüchtern niemals getraut hätte. Zum Beispiel, den Türsteher anblaffen. Unfassbar! Wie rebellisch Du unter Einfluss bist! Die Frage ist, ob sich hier weniger die enthemmende Wirkung der Promille offenbart oder die sublimierte Einfalt eines armen Tropfes.</p>
<p>Jetzt wird&#8217;s langweilig, vom großartigen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5voM2HExV_Q">Soundtrack </a>abgesehen. Gib&#8217;s ihm!</p>
<p>Jenke frisst Müsli mit Rotwein. Jenke lacht über die Jenny Elvers ihr Alkoholproblem die Schlagzeilen in der BILD. Jenke, das Weichei, fühlt sich nach zwei Wochen Pegel ziemlich schlapp.</p>
<p>Ich kippe noch einen und lache mich über Jenke schlapp.<br />
Denn der lernt gerade in einem Workshop der AOK, dass der Fötus in seinem Bauch mittrinkt, wenn er als 45jähriger Mann schwanger ist. Wer hätte das gedacht? Hätte die versoffene Jenke-Mutter beim Poppen bloß besser aufgepasst!</p>
<p>Tja, hätte seine Mutter am entscheidenden Tag bloß Migräne gehabt &#8230; aber so müssen wir mit dem gesendeten Ergebnis leben.</p>
<p>Ich hatte jedenfalls genug, dass mir im Anschluss sogar Joko und Klaas gefallen hätten.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein Mann mit Grundsätzen</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/03/ein-mann-mit-grundsatzen/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 08:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wenn es um Rechtsextremismus geht, fahren die Sender ja normalerweise eine klare Linie: Alles, was auch nur im Ansatz einen rassistischen oder anti-semitischen Geruch hat, wird sofort aus dem Programm geschmissen und geahndet. Manchmal reagieren die Sender fast schon zu übertrieben eifrig, zumeist aus Angst davor, selbst in eine solche Ecke zu geraten. Meine Meinung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/chittka1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2064" title="chittka1" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/chittka1.jpg" alt="" width="500" height="315" /></a></p>
<p>Wenn es um <strong>Rechtsextremismus</strong> geht, fahren die Sender ja normalerweise eine klare Linie: Alles, was auch nur im Ansatz einen rassistischen oder anti-semitischen Geruch hat, wird sofort aus dem Programm geschmissen und geahndet. Manchmal reagieren die Sender fast schon zu übertrieben eifrig, zumeist aus Angst davor, selbst in eine solche Ecke zu geraten. Meine Meinung etwa zum Umgang mit der Band <strong>Frei.Wild</strong> ist ja inzwischen allgemein bekannt. Umso erstaunter dürfte nun mancher über Folgendes sein: Auf RTL 2 darf ein womöglich nach wie vor bekennender Rechtsextremist als Teilnehmer der Dokusoap <strong>&#8220;Traumfrau gesucht&#8221;</strong> vor die Kamera. Und nicht nur das: Er darf sogar menschenverachtende Sprüche vom Stapel lassen.</p>
<p><strong>Dirk Chittka</strong> redet gern von Erfolg. Wie viel Erfolg er selbst tatsächlich im Leben hatte, bleibt ein wenig unklar. Dass er nun bei &#8220;Traumfrau gesucht&#8221; mitmacht, spricht eher dafür, dass es mit dem Erfolg nicht immer so hinhaut &#8211; jedenfalls nicht mit dem Erfolg bei Frauen. Er tut dennoch gern so, als könne er anderen etwas von Erfolg erzählen. So hat er zum Beispiel vor einigen Jahren <a href="http://www.amazon.de/Erfolg-hat-wer-will/dp/3937617043/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1362414613&amp;sr=8-1" target="_blank"><strong>ein Buch zu dem Thema geschrieben</strong></a>. Zudem bot er auf seiner persönlichen Seite Seminare zu happigen Preisen an. Diese Seite ist seit einiger Zeit <strong><a href="http://www.dirkchittka.de/">nicht mehr online</a>, </strong>allerdings lässt sich <strong><a href="http://web.archive.org/web/20110306172257/http://www.dirkchittka.de/index.html" target="_blank">über web.archive.org noch bruchstückhaft einiges davon finden</a>.</strong> Der ganz entscheidende Punkt ist aber: Chittka hat eine eindeutig rechtsextremistische Vergangenheit &#8211; und es ist nicht erkennbar, dass er sich davon aus Überzeugung losgesagt hat.</p>
<p>Im Jahr 1999 trat er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oer-Erkenschwick" target="_blank"><strong>als Bürgermeisterkandidat für die FDP in Oer-Erkenschwick (NRW) an</strong></a>. Als ans Tageslicht kam, dass er zuvor bereits Mitglied der NPD war, rief die FDP selbst dazu auf, ihn nicht zu wählen. Damit war seine rechtsextremistische Vergangenheit aber nicht abgehakt, im Gegenteil: Im Jahr 2006 trat Chittka als Spitzenkandidat der als rechtsextrem eingestuften Partei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ab_jetzt%E2%80%A6B%C3%BCndnis_f%C3%BCr_Deutschland" target="_blank"><strong>&#8220;Ab jetzt&#8230; Bündnis für Deutschland&#8221; in Mecklenburg-Vorpommern</strong></a> an &#8211; auch in der Funktion war er nicht erfolgreich. Zwei Jahre später, also 2008, hielt Chittka <a href="http://de.soc.politik.misc.narkive.com/AK5fKDJz/auslanderstopp-nrw" target="_blank"><strong>noch bei der NPD in Dortmund einen Vortrag</strong></a> über &#8220;schleichende Islamisierung&#8221; und Überfremdung und plädierte für einen &#8220;nationalen Politikwandel&#8221;. Von einer Jugendsünde kann hier nicht die Rede sein, denn Chittka, inzwischen Anfang 50, wird auch mit Mitte 40 genau gewusst haben, was er tat und sagt. Spätestens nach der Affäre um seine FDP-Spitzenkandidatur hätte er sich lossagen müssen von braunen Überzeugungen &#8211; hat er aber nicht.</p>
<p>Dieser Mann ist nun aktuell im Fernsehen auf der Suche nach der großen Liebe &#8211; und zeigt dabei, dass er nach wie vor ein menschenverachtendes Weltbild zu haben scheint. Dies wurde besonders deutlich in der Ausgabe der Sendung <strong>&#8220;Traumfrau gesucht&#8221; (RTL 2) vom 18. Februar 2013</strong>. Chittka wird mit einer rumänischen Frau bekannt gemacht und redet derart diskriminierend über sie, dass es unfassbar ist. Er bezeichnet sie als <strong>&#8220;Schabracke&#8221;</strong> und sagt vor laufender Kamera: <strong>&#8220;Eine Frau mit so einem Gebiss, die dürfte mir noch nicht mal einen bla***.&#8221;</strong> Da die Dame kein Deutsch sprechen kann, verarscht er sie im Gespräch mit Macho-Sprüchen wie <strong>&#8220;Eigentlich kann ich dich schön trinken, aber die haben hier gar nicht so viel Alkohol, dass ich dich schön trinken kann.&#8221;</strong> Bei der Partnervermittlerin beschwert er sich über sein Date: <strong>&#8220;Um Gottes willen, ist die hässlich. 30 Jahre nicht beim Zahnarzt gewesen, Warze aufm Kopp&#8230; Katastrophe!&#8221;</strong></p>
<p><a href="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/chittka2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2065" title="chittka2" src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/03/chittka2.jpg" alt="" width="500" height="287" /></a></p>
<p>Es ist ernsthaft die Frage angebracht, wie RTL 2 einem solchen Zeitgenossen in einer <strong>Primetime-Sendung</strong> ein Podium bieten kann. Der Sender selbst nahm auf Anfrage meinerseits folgendermaßen dazu Stellung: <em>&#8220;&#8216;Traumfrau gesucht&#8217; ist eine Unterhaltungssendung, in der Singlemänner auf Brautschau im Ausland gehen. Der betreffende Protagonist war Mitglied mehrerer Parteien, u.a. CDU, CSU, FDP und NPD. Von Zielen und Inhalten letzterer Partei hat sich Herr Chittka uns gegenüber nachdrücklich distanziert.&#8221;</em> Aber tat er dies wirklich aus Überzeugung? Sein letzter nachgewiesener NPD-Vortrag ist fünf Jahre her. Was sollte ihn zum Umdenken gebracht haben? Die Art und Weise, wie er sich vor einem Millionenpublikum  diskriminierend über andere äußert, lässt daran zweifeln. Vielmehr ist die Frage angebracht, warum so jemand überhaupt an einer Brautschau im Ausland teilnimmt, wenn er doch selbst im eigenen Land vor Überfremdung warnt. Die Antwort: Chittka plant offenbar <a href="http://www.youtube.com/watch?v=cCmgfW6uYGc" target="_blank"><strong>eine musikalische Karriere</strong></a> unter dem Pseudonym &#8220;Dirk Dorian&#8221; &#8211; und möchte &#8220;Traumfrau gesucht&#8221; als Sprungbrett nutzen. Es existierte bis vor kurzem <a href="http://www.facebook.com/dirk.dorian" target="_blank"><strong>ein entsprechendes Facebook-Profil</strong></a>, dies wurde inzwischen gelöscht. Auch ein privates Facebook-Profil unter seinem echten Namen ist nicht mehr online. Ein (ehemaliger?) Rechtsextremist, der an einer Trash-Sendung im Fernsehen teilnimmt und mit schlechter Musik Karriere machen will &#8211; manchmal kann das reale Leben echt hart sein.</p>
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		<title>Wahrheit und Dichtung</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/02/wahrheit-und-dichtung/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 17:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fernsehkritiker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ARD hat sich derzeit voll auf Amazon eingeschossen &#8211; ein Stück weit ja auch zu Recht: Die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig, der Versandhändler will die Arbeitskosten möglichst niedrig halten. All das ist kritikwürdig &#8211; und es ist gut, wenn das Fernsehen hier den Finger in die Wunde legt. Erste Veränderungen hat Amazon deshalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ARD hat sich derzeit voll auf <strong>Amazon</strong> eingeschossen &#8211; ein Stück weit ja auch zu Recht: Die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig, der Versandhändler will die Arbeitskosten möglichst niedrig halten. All das ist kritikwürdig &#8211; und es ist gut, wenn das Fernsehen hier den Finger in die Wunde legt. Erste Veränderungen hat Amazon deshalb schon vorgenommen.</p>
<p>Und dennoch: Die Macher <a href="http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/hr/13022013-ausgeliefert-leiharbeiter-bei-amazon-100.html" target="_blank"><strong>der Dokumentation vom 13. Februar</strong></a> scheinen den Bogen im Eifer des Gefechts dann doch etwas überspannt zu haben. So äußerte sich ja bereits eine interviewte Protagonistin  <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/tid-29634/leiharbeiter-skandal-beim-online-haendler-jetzt-spricht-das-opfer-was-die-ard-in-der-amazon-dokumentation-verschwieg_aid_923768.html" target="_blank"><strong>im Nachhinein etwas differenzierter</strong></a>. Sie fühle sich von der Machern der Doku einseitig dargestellt. Hier ging es aber womöglich auch darum, den in der Dokumentation in ein diffuses Licht gerückten Seepark im Nachhinein besser darzustellen, denn dort arbeitet besagte Dame schließlich inzwischen. Insofern muss man da etwas vorsichtig sein. Angesichts der Machart der Dokumentation, nämlich auch mit inszenierten Szenen und düsteren Bildern zu arbeiten, überraschen solche Vorwürfe dennoch nicht.</p>
<p><img class="alignnone" title="Bericht über Amazon, Aktuelle Stunde, WDR, 18.12.2012" src="http://dl.fernsehkritik.tv/amazon_andreas.jpg" alt="" width="510" height="291" /></p>
<p>Bei mir hat sich nun &#8220;Andreas&#8221; gemeldet, denn der hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Die <strong>WDR-Sendung &#8220;Aktuelle Stunde&#8221;</strong> hatte bereits <a href="http://www.einslive.de/medien/html/1live/2012/12/18/aktuelle-stunde-amazon.xml" target="_blank"><strong>am 18 Dezember 2012 einen Bericht </strong></a>über Arbeitsbedingungen bei Amazon gezeigt &#8211; und &#8220;Andreas&#8221; quasi als Kronzeugen interviewt. Auf eigenen Wunsch wollte er nicht erkannt werden, deshalb sieht man in dem Bericht sein Gesicht nicht und die Stimme wird nachgesprochen.</p>
<p>&#8220;Andreas&#8221; fühlt sich ebenfalls getäuscht von den Machern. Zwar wurden Aussagen von ihm korrekt wiedergegeben &#8211; alles Relativierende sei aber weggelassen worden. In dem Bericht ging es allerdings nicht um das Lager in Bad Hersfeld, sondern um das in <strong>Rheinberg</strong>. &#8220;Andreas&#8221; arbeitet seit 2011 dort. Kurz zuvor war das Lager erst eröffnet worden. Zu Beginn seien die Bedingungen unerträglich gewesen, dies habe er dem Interviewer auch erzählt. Allerdings betonte er den WDR-Leuten gegenüber ebenso, dass sich im Laufe des Jahres 2012 vieles verbessert habe und die &#8220;Kinderkrankheiten&#8221; in dem Lager beseitigt seien. Davon ist im Beitrag nichts zu hören. Der Bericht stelle ihn letztendlich &#8220;als armes, wehrloses Opfer des bösen Sklaventreibers Amazon dar&#8221;, was er nicht sei &#8211; zumal er <strong>einen unbefristeten Arbeitsvertrag</strong> habe und nicht zu denen gehöre, die während des Weihnachtsgeschäfts als Verstärkung eingestellt würden, um dann schnell wieder gefeuert zu werden. Auch sei nicht erwähnt worden, dass es in der Belegschaft längst eine gewerkschaftliche Organisation gebe, die auch schlagkräftig sei.</p>
<p>&#8220;Andreas&#8221;: &#8220;Gestern habe ich wieder eine E-Mail von denen bekommen, man möchte mich nach der Geschichte letzte Woche noch mal interviewen. Ich habe allerdings mit Verweis auf die einseitige Berichterstattung in beiden Fällen abgelehnt.&#8221;</p>
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		<item>
		<title>Reden zwei Blinde von der Farbe</title>
		<link>http://fernsehkritik.tv/blog/2013/02/reden-zwei-blinde-von-der-farbe/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 20:19:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Greggy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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Ist das ein Witz?; 12. Februar 2013; 23:45 &#8211; 00:30 Uhr; ARD
Ich hatte heute Nacht einen fürchterlichen Alptraum. Ich stieg in einen vollbesetzten ICE und die einzigen freien Plätze befanden sich in einem Abteil, in dem Eckart von Hirschhausen und Hellmuth Karasek saßen, die  sich gegenseitig Witze erzählten. Ich bin dann freiwillig bei Tempo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://dl.fernsehkritik.tv/hirschkarr.jpg" alt="" width="500" height="206" /></p>
<p><strong>Ist das ein Witz?; 12. Februar 2013; 23:45 &#8211; 00:30 Uhr; ARD</strong></p>
<p>Ich hatte heute Nacht einen fürchterlichen Alptraum. Ich stieg in einen vollbesetzten ICE und die einzigen freien Plätze befanden sich in einem Abteil, in dem Eckart von Hirschhausen und Hellmuth Karasek saßen, die  sich gegenseitig Witze erzählten. Ich bin dann freiwillig bei Tempo 350 aus dem Toilettenfenster gesprungen.</p>
<p>Als ich mich nach dem Aufwachen aus meinem schweißgetränkten Kopfkissen geschält hatte und nach einem Mokkavollbad einen Blick in die ARD-Mediathek warf, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass das gar kein Traum war. Das Erste hat sich in seiner grenzenlosen Humorinkompetenz tatsächlich dazu hinreißen lassen, ein dreiviertelstündiges Zotenzwiegespräch von Doktor Seltsam  und Professor Hastig  auszustrahlen.</p>
<p><a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/2673654_shows-im-ersten/13389630_ist-das-ein-witz-">Ganze Sendung in der Mediathek</a></p>
<p>Dabei kann man sich ob seiner päpstlichen Gnade bei Benedikt dem Viertelvorzwölften bedanken, dem aus aktuellem Anlass ein <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/311210_menschen-bei-maischberger/13389606_wir-sind-nicht-mehr-papst-ist-benedikt-xvi-?buchstabe=M"><em>Maischberger </em>Spezial</a> gewidmet wurde. Ohne die pontifikale Intervention  hätte uns das Schicksal bereits eine Stunde früher ereilt. Jeder, der einmal eine Studentenparty besucht hat,  weiß es gibt nichts Schröcklicheres als Mediziner und Germanisten, die bemüht versuchen witzig zu sein. Das endet in aller Regel mit ungelenken Loriot-Imitationen.</p>
<p>Karasek eröffnet den bunten Reigen drögen Humors mit einem Scherz aus der wilhelminischen Ära, als Geschlechtsverkehr erst in der Ehe legitimiert war:<br />
<em>&#8220;Nach der Hochzeitsnacht sagt die Frau: &#8216;Ich muss Dir etwas gestehen. Ich bin farbenblind.&#8217; Darauf sagt der Mann: &#8216;Ich muss Dir auch etwas gestehen. Ich bin nicht aus Jena sondern aus Ghana&#8217;.</em></p>
<p>Die Sendung dauert erst 52 Sekunden und schon offenbart sich der Geist dieser jämmerlichen Veranstaltung. Zwei betuliche Knochen tragen  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=eFPZaAdAfYs">die trockensten Kamellen </a>aus dem Repertoire  Gunther Philipps auf, als man es mit dem Rassismus noch nicht so genau nahm. Aufmerksame Zuschauer von <em>tvtotal </em>kennen den Sparwitz bereits  aus einer Provinz-Prunksitzung.</p>
<p>Nichtsdestotrotz  erfüllt die Sendung im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags einen bildungspolitischen Auftrag. Wenngleich erst durch diese Rezension. An Karaseks zweitem Pointenversuch lässt sich trefflich der Unterschied zwischen Witz und Satire erklären. Beim Herrn Professor klingt das so:<br />
<em>&#8220;Kommt ein Einarmiger in einen Second Hand Shop.&#8221;</em><br />
Die Pointe verharrt im Ungefähren, schwapappert  sinnentleert vor sich hin. Wenn man jedoch &#8220;Einarmiger&#8221; durch &#8220;Helmut Zilk&#8221; ersetzt, erhält der Satz ein Fundament im Konkreten, gewinnt das Ganze an Schärfe. Treffer verschenkt.</p>
<p>In den kurzen Augenblicken  des Innehaltens inmittens ihres  Schenkelklopferdauerbeschusses befällt Ekki und Helle ein Hauch von Selbsterkenntnis &#8211; die leider nicht zur Besserung führt: <em>&#8220;Jeder Witz hatte seine Zeit.&#8221;</em> Die Zeit, in denen die Witze dieser Sendung modern waren,  lässt sich allerdings nur  per Radiokarbonmethode feststellen.</p>
<p>Wir befinden uns mitten im  ideologischen Überbau des Abends: Die hagiographische Geschichte des Witzes aus der Sicht zweier Unbeteiligter.</p>
<p>Natürlich erinnern Dr. Öd und Dr. Fad im Kolloquium  pflichtgemäß, wie es sich für deutsche Intellektuelle gehört, an Werner Finck, an <em>&#8220;die Zeit in der man für seinen Humor  noch ins Gefängnis gekommen ist&#8221;</em>.  Habt Ihr zwei beiden ein Heidenglück, dass sich die Zeitenläufte gewendet haben!</p>
<p>Woraufhin  man sich in epischer Breite am jüdischen Witz vergreift. Wenn einem nichts Besseres zum Spaß in den Zeiten der Shoah einfällt als harmloses Heititei&#8230;<br />
<em>&#8220;Der KZ-Kommandant sagt einem Häftling: &#8216;Ich habe ein Glasauge. Wenn Du errätst welches, musst Du einen Tag nicht arbeiten.&#8217; Der sagt: &#8216;Das linke.&#8217;; &#8216;Wie bist Du drauf gekommen?&#8217;; &#8216;Es blickt so menschlich.&#8217;&#8221;</em><br />
&#8230; wenn für Euch in diesem Kontext <em>La vita e bella</em> als Krone des subversiven Humors gilt, dann war Karaseks  eckermannsche  Arschkriecherei bei Billy Wilder vergebliche Liebesmüh. Er hat rein gar nichts kapiert.</p>
<p>Aber warum sich mit unnötigem Inhalt aufhalten, wenn es auch ornamentalisch geht?  Das Auditorium bekommt die volle Dröhnung belesenen Namedroppings verpasst : Lessing, Schopenhauer, Klein Erna &#8230;  Akademikerkekswichsen par excellence.</p>
<p>(Graphische Darstellung eines gelungenen Witzes &#8211; Screenshot)</p>
<p><img src="http://fernsehkritik.tv/blog/wp-content/uploads/2013/02/ppp.jpg" alt="null" /></p>
<p>Wenn ich mich als drittes Glied am Wagen auf dieses wohlfeile  Niveau hinab begeben darf, habe auch ich noch einen in petto, den sich alle  Spaßtheoretiker ins Poesiealbum tätowieren dürfen: <em>&#8220;Better a witty fool, than a foolish wit&#8221;</em> (Shakespeare)</p>
<p>In diesem Sinne: Humor ist, wenn man nicht aus Höflichkeit lacht.</p>
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