Das Etappenziel ist erfreulicherweise erstmal erreicht! Ich habe – nicht zuletzt dank einer größeren Spende am Samstag – die nötigen Einnahmen zusammen, um dem Gericht die geforderten 2000 Euro zur Zwangsherbeiführung unserer Zeugen zu überweisen. Am kommenden Mittwoch wäre, wie erwähnt, der Stichtag gewesen. Der aktuelle Spendenstand steht jetzt bei 4011,88 Euro. DANKE AN ALLE SPENDERINNEN UND SPENDER!

14 weitere USB-Sticks sind damit nun noch vergeben worden. Da ich jetzt noch 19 Sticks übrig habe, geht die Spendenaktion weiter – auch im Hinblick darauf, dass dies vermutlich nicht die letzten Kosten waren, die ich zu begleichen hatte. Nachdem alle Sticks vergeben wurden, wird es keine weitere Produktion dieser USB-Sticks mit dem Fernsehkritik-TV-Logo mehr geben – weltweit gibt es dann also nur 100 Personen, die einen solchen Stick ihr Eigentum nennen können. Sobald die restlichen USB-Sticks aufgebraucht sind, werde ich dies natürlich sofort kommunizieren.

Für die Zeit danach bin ich gern offen für Ideen bezüglich weiterer Goodie-Aktionen – auch im Zusammenhang mit dem Komplettpaket von Massengeschmack. Bei der “Studio”-DVD ist langsam eine Sättigung eingetreten, wie mir scheint. Immerhin wird bald die zweite “Studio”-DVD erscheinen. Aber wenn es gute Ideen gibt, wie man auch Leute fürs Komplettpaket begeistern kann, die “Das Studio” nicht mögen, dann immer her damit.

Der Kampf geht weiter – leider auch finanziell! Und das nicht nur im Zusammenhang mit dem Supernanny-Prozess!

Diskussion zur Spendenaktion weiterhin HIER.


geschrieben am 13.04.2014 von Fernsehkritiker ·

So, übers Wochenende kam erfreulicherweise wieder ein Schwung Spenden herein. Ich habe seit dem letzten Zwischenstandsbericht weitere 768,50 Euro an Spenden bekommen. Zugleich wurden damit 23 weitere USB-Sticks vergeben. Auch dafür HERZLICHEN DANK an alle Spenderinnen und Spender!

Der Spendenstand insgesamt liegt jetzt somit bei insgesamt 2845,04 Euro. Um die aktuell anstehenden Anwalts- und Gerichtskosten zu begleichen, benötige ich allerdings rund 3800 Euro. Darin enthalten sind die 2000 Euro, die das Gericht bis zum 16. April überwiesen haben will, damit unsere Zeugen zwangsweise zum Gericht gebracht werden.

Ergo: So rund 1000 Euro innerhalb der nächsten sieben Tage wären toll! Ich bin einfach mal optimistisch, dass wir das schaffen…

Übrigens haben wir schon erste Nachfragen bekommen – sowohl was den Versand der USB-Sticks als auch den Versand diverser “Studio”-DVDs (für Komplett-Abonnenten) angeht. Keine Sorge: Jeder kriegt das, was ihm bzw. ihr zusteht. Da wir das nur nach und nach abarbeiten können, gehen ggf. mal zwei, drei Wochen ins Land. Bei den DVDs kam es zwischendurch zu einem Engpass, es sind aber bereits neue in Auftrag gegeben. Wir bitten um Verständnis für leichte Verzögerungen! Niemand wird vergessen!

Diskussion zur Spendenaktion weiterhin HIER


geschrieben am 07.04.2014 von Fernsehkritiker ·

wettendasslanz

“In den letzten Jahren hat sich im Showbereich sehr viel verändert.” Unter anderem mit diesem Satz begründet ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler die Entscheidung, “Wetten, dass…?” zum Jahresende einzustellen. Die “Sehgewohnheiten” hätten sich geändert, hieß es weiter in einer Pressemitteilung des ZDF. Der Aufwand der Show stehe nicht im Verhältnis zur Zuschauer-Resonanz.

Merken Sie was? Das ZDF übt null Selbstkritik. Himmler teilt sogar obendrein mit: “Großen Respekt habe ich vor Markus Lanz, der Redaktion und dem Produktionsteam.”

Himmler tut so, als sei bei “Wetten, dass…?” im Prinzip alles in Ordnung, die Show sei nach wie vor ein TV-Ereignis – nur der dumme Zuschauer kapiere das eben nicht, weil sich ja seine Sehgewohnheiten verändert hätten. Das ist natürlich Unfug.

Als Markus Lanz vor gerade mal eineinhalb Jahren das Ruder bei “Wetten, dass…?” übernommen hatte, lag die Show noch deutlich im zweistelligen Millionen-Bereich. Gottschalk hatte zwar auch ein paar Durchhänger, aber insgesamt war ein hohes Quoten-Niveau vorhanden. Das Team um Markus Lanz hat es also innerhalb von 18 Monaten geschafft, die Zuschauer derart massiv zu verjagen, dass nicht mal mehr die Hälfte der einst 13 Millionen zuguckten. Und das soll nur an veränderten Sehgewohnheiten liegen? 

Nein, die Fehler sind natürlich hausgemacht. Die Zuschauer sehnen sich nach gemeinsamen Kaminfeuer am Samstagabend – auch heute könnte “Wetten, dass…?” noch eine zweistellige Millionenzahl an Zuschauern erreichen. Quoten wie im Fußball oder beim “Tatort” sind natürlich auch im Showbereich möglich. Nur muss die Show es eben schaffen, sich interessant zu machen, zum Tagesthema zu werden, die Neugier der Zuschauer wecken – und all das vermochte “Wetten, dass…?” nicht mehr.

Gründe dafür gibt es mehrere:

1.) Die Show hat sich viel zu sehr auf den Moderator konzentriert. Dies ging zu Gottschalks Zeiten schon los, als dieser etwa in Senf baden musste oder sonstige Albernheiten. Bei Lanz wurde dies noch weiter auf die Spitze getrieben: Die “Lanz-Challenge” stellte den Moderator so in den Mittelpunkt, dass dieser dem als Person nicht gerecht wurde. Markus Lanz ist nun mal ein Moderator – mehr nicht. Er ist weder ein Star noch ein Entertainer. Der Star der Show sind die Wetten. Der Einzige, der das im Grunde wirklich verstand, war Frank Elstner selbst.

2.) Markus Lanz ist viel oft im Fernsehen. Seine Talkshow läuft dreimal pro Woche, dort interviewt er die teils unterste Schublade der deutschen Promi- und Celebrity-Welt. Lanz steht nicht für die A-Klasse des Fernsehens. Man kann nicht eine so niveaulose Talkshow moderieren und zugleich die bedeutendste Samstagabendshow. Der Zuschauer sieht in Lanz nicht den großen Showmoderator, sondern den, der andauernd Dschungel-Interviews führt und die FDP hofiert. Das kann nicht funktionieren.

3.) Ganz entscheidend ist der Fremdschäm-Faktor: Die Causa Tom Hanks hat “Wetten, dass…?” einen erheblichen Schaden zugefügt. Wir Deutschen fühlten uns als Nation blamiert und hätten uns am liebsten bei Tom Hanks persönlich dafür entschuldigt, dass er sich eine alberne Katzenmütze aufsetzen musste. Als dann auch noch Hollywood-Star Gerard Butler sich Eiswürfel in den Schritt kippen musste, war das Maß endgültig voll – zumal die legendär miese Mallorca-Ausgabe für diverse Zuschauer ohnehin den Schlusspunkt bedeutete. Zu Beginn der neuen Saison im Herbst 2013 teilte Markus Lanz zwar mit “Wir haben verstanden”, aber da war es zu spät.

4.) Fernsehen der absoluten A-Klasse – das zeichnete “Wetten, dass…?” viele Jahre aus. Wer Gast in dieser Show war, gehörte zur obersten Kategorie. Michael Jackson war da, Madonna war da, der Bundeskanzler war da, Tom Cruise war, Leonardo diCaprio und Steven Spielberg waren da. In keiner anderen europäischen Fernsehshow traten Stars solch eines Kalibers auf. Und was geschah dann in den vergangenen Jahren vermehrt? Comedians wie Atze Schröder wurden zu Dauergästen, selbst Dschungelcamp-Teilnehmer waren da. Die Show senkte eigenmächtig ihr hohes Niveau. Der Wechsel von Show-Titan Gottschalk zu TV-Moderator Markus Lanz markierte dies dann auch an der Spitze der Sendung.

Dass die Show nun eingestellt wird ist dennoch richtig, denn sie war nicht mehr zu retten. Die Zuschauer wären nicht mehr zurückgekommen – selbst wenn “Wetten dass…?” zu alten Qualitäten zurückgefunden hätte. Was wäre wohl gewesen, wenn damals Hape Kerkeling doch Ja gesagt hätte und er nun statt Lanz Präsentator der Show wäre? Tja, wenn das Wörtchen “wenn” nicht wäre…

Diskussion im Forum


geschrieben am 06.04.2014 von Fernsehkritiker ·

So, es ist seit Tagen überfällig, dass ich einen Zwischenbericht zur Spendenaktion zum Supernanny-Prozess gebe. Deswegen hier nun endlich eine kleine Wasserstandsmeldung:

Es hat mich bislang eine Spendensumme von 1932,54 Euro erreicht. 500 Euro davon waren bereits vor Beginn der Spendenaktion als Einzelspende für die Prozesskosten bei mir eingegangen, daher sind die hier nun mit berücksichtigt. Die restlichen 1432,54 Euro setzen sich zusammen aus diversen Spenden, von denen 44 Spender mindestens 25 Euro gespendet haben und daher den versprochenen USB-Stick geschickt bekommen (ein Teil ist bereits verschickt, die weiteren – insbesondere die mit Wunsch nach Autogrammkarten – werden in den kommenden Tagen auf den Postweg gebracht). Von den T-Shirts wurden bislang 12 Stück verkauft, das war also weniger der Hit. Die 144 Euro Soli-Zuschlag kämen noch hinzu, dann sind wir bei insgesamt 2076,54 Euro.

An dieser Stelle schon mal HERZLICHEN DANK!

Zur bitteren Wahrheit gehört aber leider auch, dass die Aktion weitergehen muss. Mit dem eingenommenen Geld kann ich die aktuelle Rechnung meines Anwalts begleichen und die der Gegenseite für die Gegendarstellung, dann ist die Kohle aufgebraucht. Und natürlich hat die Herstellung der FKTV-USB-Sticks auch Geld gekostet (100 Stück hatte ich anfertigen lassen, Kosten netto: 400 Euro).

Aber gerade aktuell kam ja schon wieder neue Post vom Gericht, die mich ehrlich gesagt vom Hocker gehauen hat:

beschluss260314_3

Ja, Sie lesen richtig: Da unsere Zeugen ja leider freiwillig nicht vor Gericht erscheinen, soll ich für die zwangsweise Vorführung satte 2000 Euro (!) bezahlen – und das, obwohl ich bereits 750 Euro im Vorwege gezahlt hatte. Wir reden hier also von insgesamt 2750 Euro! Mit den “mindestens vier Personen” sind vermutlich unsere Zeugen plus Begleitpersonen gemeint wie etwa Beamte, denn eigentlich haben wir ja nur drei Zeugen. Und wieso eine Übernachtung fällig werden sollte, erschließt sich mir auch nicht. Es stellt überhaupt kein Problem dar, innerhalb eines Tages von Ostfriesland nach Köln und wieder zurück zu fahren. Mein Anwalt erklärt mir zwar, dass ich überschüssiges, nicht verwendetes Geld zurückerstattet bekomme, aber deswegen muss ich es trotzdem erstmal bezahlen. Zudem war mir seinerzeit vor Gericht etwas anderes vorgerechnet worden. Auf meine damalige Nachfrage, was es denn etwa kosten würde, die Zeugen zwangsweise vorzuführen, wurde mir geantwortet, der Betrag liege bei etwa 1500 Euro – und zwar inklusive der schon gezahlten 750 Euro. Demnach hätte ich also noch 750 Euro zahlen müssen, nun sind es plötzlich 2000 Euro. Dazu kommt die Frist bis zum 16. April, ich habe also lediglich 14 Tage Zeit. Schön ist das alles nicht! Offensichtlich wird mir die Hürde so hoch gelegt, damit ich aufgebe – das werde ich aber nicht!

Immerhin einen kleinen Triumph kann ich nämlich vermelden: Die Gegenseite ist mit ihrem Antrag auf ein Teilurteil gescheitert. Ziel war es offensichtlich, mich einerseits zu zwingen, bereits jetzt Zensuren an dem umstrittenen Beitrag aus Folge 77 vorzunehmen und obendrein noch die Kosten weiter in die Höhe zu treiben, denn eine Aufsplitterung in zwei Verfahren würde den ganzen Spaß noch teurer machen. In diesem Punkt haben sich Schertz Bergmann also erstmal eine blutige Nase geholt. Hier nochmal in schriftlicher Form:

beschluss260314_1

Was bleibt ist also die bittere Erkenntnis, dass es mit der Spendenaktion weitergehen muss. Ich benötige 2000 weitere Euro innerhalb der kommenden 14 Tage, ansonsten geht dieser ganze bescheuerte Prozess für uns den Bach runter. Aber ich bin sicher, wir schaffen das!

Weiterhin gilt: Wer mindestens 25 Euro spendet, bekommt den limitierten USB-Stick (4 GB) inklusive einer Spezial-Ausgabe von “Das Studio”, die nicht auf Massengeschmack veröffentlicht wird. Ich bin auch offen für weitere gute Ideen bezüglich einer Spendenaktion. Vielleicht gibt es ja irgendetwas, was die Community so elektrisiert, dass sie dafür gern mal eine kleine Spende gibt – aber was?

usb-stick

Hier nochmal die Kontodaten:

Spenden per Paypal an [email protected]

Per Überweisung aufs Spendenkonto: Holger Kreymeier, Konto 1317468310, BLZ 20050550, Hamburger Sparkasse, IBAN DE69200505501317468310 , BIC HASPDEHHXXX

Vielen Dank für die Unterstützung!

Die Diskussion findet weiterhin HIER statt.


geschrieben am 02.04.2014 von Fernsehkritiker ·

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Während heute in Karlsruhe vom Bundesverfassungsgericht ein recht interessantes Urteil gesprochen wurde, fand vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof ein mindestens ebenso spannendes Verfahren statt. Denn während ARD und ZDF mit dem Karlsruher Spruch sicher gut leben können (das ZDF etwa möchte sich schon seit längerer Zeit vom zu starken Einfluss der Politik lösen), ging es München um die Grundlage der Öffentlich-Rechtlichen: den Rundfunkbeitrag.

Der frisch renovierte Saal 270 hatte technisch ein paar Tücken: Am laufenden Band fielen die Mikrofone aus, in die Antragsteller und Antraggegner sprachen. Der Spannung der Auseinandersetzung tat dies aber keinen Abbruch. Der Jurist Ermano Geuer (Fernsehkritik-TV hat ihn bereits im Januar 2013 interviewt) gehörte ebenso zur Seite der Kläger wie zwei Juristen der Drogeriekette Rossmann. Von seiten der Antragsgegner wurde ganz schön was aufgefahren: Juristen der Bayerischen Staatskanzlei, des Bayerischen Landtags, der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, dem Bayerischen Rundfunk und dem ZDF waren gekommen, um ihrerseits zu argumentieren. Dies kann auf jeden Fall schon mal als kleiner Erfolg für die Kläger betrachtet werden, denn die Popularklage gegen den Rundfunkbeitrag war in der Anfangsphase nach dem Motto “gar nicht der Rede wert” von Politik und Sendern arrogant abgetan worden. Nun sah man sich offenbar doch genötigt, hier in entsprechender Anzahl zu erscheinen – schon allein deshalb, weil der Bayerische Verfassungsgerichtshof für diese Popularklage eine ausführliche Verhandlung mit mündlichen Stellungnahmen einberief – was nicht unbedingt die Regel ist bei dieser Art von Klagen.

Geuer argumentierte noch einmal, wie schon damals im Interview, auf mehreren Ebenen. Er betrachtet den Rundfunkbeitrag als eine Steuer – weshalb hier also die Bundesländer gar nicht zuständig sein dürften (der neue Rundfunkbeitrag von allen 16 Landesparlamenten verabschiedet worden). Außerdem zweifelt er an, ob es rechtens ist, dass ein Wohnraum als Einheit für einen Rundfunkbeitrag herangezogen werden kann. Selbst beim Auto spreche man deshalb von einer “Raumeinheit KfZ”, was Geuer ziemlich absurd findet. Die Gegenseite argumentierte, der Rundfunkbeitrag für alle pro Haushalt sei darum geschaffen worden, um die Regelung möglichst einfach zu gestalten. “Nur weil etwas einfach ist, muss es nicht verfassungskonform sein, und nur weil etwas kompliziert ist, kann es dennoch die bessere Regelung darstellen”, so Geuer. Die Frage sei eben, warum jemand womöglich einen Rundfunkbeitrag für zu Hause, fürs Auto und für den Betrieb zahlen müsse, obwohl er ja nur an einer der drei Stellen jeweils sein könne.

Von der Drogeriekette Rossmann waren zwei Vertreter gekommen, die hier für den gewerblichen Teil sprachen. VW beispielsweise muss sehr viel weniger Rundfunkbeitrag zahlen als Rossmann, weil VW seine Mitarbeiter auf wenige Standorte konzentriert, während Rossmann als Drogeriehandel logischerweise ein breit gestreutes Netz an Filialen hat. “Das verstehen wir nicht und halten es für ungerecht”, so Rechtsanwalt Holger Jacobj. Einen Rundfunkbeitrag pro Filiale zu erheben sei die falsche Herangehensweise. Rossmann muss seit der Einführung der neuen Rundfunkbeitrags rund 280.000 Euro Rundfunkbeitrag pro Jahr zahlen – vorher waren es “nur” rund 40.000 Euro.

Die Gegenseite argumentierte immer wieder mit der Einfachheit der Regelung – und da gehöre es eben dazu, dass möglicherweise manche dadurch stärker benachteiligt würden als andere. Dies sei vor allem den “neuartigen Empfangsgeräten” wie Smartphones und Tablets geschuldet. Der Vertreter des Bayerischen Rundfunks widersprach den Rossmann-Anwälten mit einer Studie, wonach gerade während der Arbeitszeit, also werktags zwischen 8 und 18 Uhr, das Radio besonders starke Zuhörerzahlen habe. Auch der Blog des Deutschlandfunks etwa werde zu diesen Zeiten stärker frequentiert. Dies gebe also Hinweise darauf, dass der Arbeitsplatz als Nutzer von öffentlich-rechtlichem Radio durchaus relevant sei. Von Rossmanns Seite kam daraufhin der süffisante Hinweis, dass die Kassiererinnen und Mitarbeiterinnen der Drogeriekette sicher anderes während der Arbeitszeit zu tun hätten als sich dem Blog des Deutschlandfunks zu widmen.

Insgesamt war es eine sehr interessante Auseinandersetzung auf hohem Niveau und mit gegenseitigem Respekt – was, wie gesagt, nicht von Anfang an so gewesen ist. Die neun Verfassungsrichter hielten sich weitgehend zurück, lediglich einmal wurde eine kritische Nachfrage gestellt – und die ging, wohl gemerkt, an die Vertreter für den Rundfunkbeitrag: Einer der Richter hakte noch einmal nach, was denn nun der Wohnraum an sich mit der Frage zu tun habe, warum man einen Rundfunkbeitrag zahlen soll. Eine wirklich schlüssige Antwort, außer den immer wiederkehrenden Verweis auf die Einfachheit der Erhebung, blieb man aus meiner Sicht schuldig.

Am 15. Mai soll das Urteil gesprochen werden. Mein Eindruck ist, dass die Richter zumindest den Befürwortern des derzeit geltenden Rundfunkbeitrags einiges ins Stammbuch schreiben werden – ob damit aber die Feststellung der Verfassungswidrigkeit einher geht, kann ich mir weniger vorstellen. Aber wer weiß…?

Ermano Geuer wird heute Abend um 18 Uhr auf unserer Veranstaltung in der MCAD Creative School, Richard-Strauß-Straße 26 in München, zu Gast sein und die Sachverhalte noch einmal aus seiner Sicht erklären. Wir sind noch nicht ausverkauft, spontanes Vorbeikommen ist also kein Problem. Eintritt: 3 Euro!


geschrieben am 25.03.2014 von Fernsehkritiker ·

In Folge 133 rufe ich, trotzdem ich eigentlich mal das Gegenteil zugesagt habe, zu Spenden für die Finanzierung des Supernanny-Prozesses auf. Meine damalige Annahme, das Verfahren würde sich relativ schnell zu unseren Gunsten beenden lassen, war leider ein Irrtum. Unsere Zeugen sind eine Katastrophe und obendrein hat die Rechtsanwaltskanzlei Schertz Bergmann, von der Katharina Saalfrank vertreten wird, einen “juristischen Amoklauf” gegen mich in Gang gesetzt. Nachfolgend mal ein Überblick über das, was ich bislang von denen schon so an Kostennoten ins Haus bekommen habe:

Schertz4

Schertz1

 

Schertz5

Schertz3

Schertz2

 

 

Was wir hier erleben, hat meiner Meinung nach mit einer sachlichen Auseinandersetzung nichts mehr zu tun. Das Ziel ist ganz offensichtlich, den Gegner finanziell fertig zu machen. Dies ist übrigens bei Schertz Bergmann nichts Neues: Gegen die verdiente und aufklärerische Seite abgeordnetenwatch.de ging diese Kanzlei in ähnlich rabiater Form vor. Ebenso auch gegen den Journalisten Jens Weinreich. Vorgeschickt hat man im Fall Saalfrank einen Anwalt, der noch nicht allzu lange in der Kanzlei tätig ist: Felix Zimmermann. Wenn man seine Biografie liest, dann sollte man annehmen, dass er im Medienbereich sehr viel aufklärerischer denkt als dies hier im Fall Saalfrank wirkt. Immerhin war er u.a. im Hans-Bredow-Institut hier in Hamburg tätig – einem Institut, das auch ich als Student regelmäßig besucht habe. Nun ist mir eines klar: Ein Anwalt ist immer das Spiegelbild seiner Mandantin. Wie Zimmermann wirklich über diese Frau denkt, ist eine andere Frage – er hat den Auftrag, für sie das Maximum aus der Verhandlung herauszuholen. Alles andere wäre ja auch unprofessionell. Und dennoch werde ich den Eindruck nicht los, dass hier jemand eine fast schon sadistische Freude hat, mit dem Finanzhammer Einschüchterung zu betreiben. Und das ist bei Schertz Bergmann eben kein Einzelfall. Ich allerdings gehöre nicht zu denen, die sich einschüchtern lassen.

Wer die Postecken 132 und 131 gesehen hat, hat ja mitbekommen, wie sehr die Kanzlei versucht, etwa bei geforderten Gegendarstellungen immer das Haar in der Suppe zu suchen und auf diese Weise noch mehr Abmahnungen zu verschicken. Auch das hat offensichtlich Methode.

Der von mir geschätzte Prozessbeobachter Rolf Schälike hat sich im Oktober 2013 schon köstlich über Anwalt Zimmermann ausgelassen. Zitat:

“Heute flippte Rechtsanwalt Johannes Eisenberg gegen diesen Anwalt aus. RA Felix Zimmermann nahm alles sehr gelassen und blieb ruhig. Seine dumm-dreiste Argumentationsweise, die Rücksichtslosigkeit gegenüber den Beklagten, was deren Persönlichkeitsrechte betrifft, hemmungslose überzogene Forderungen brachten uns auf die Vermutung, hier entwickelt sich ein Konkurrent zu einer der führenden, brutalsten und gefährlichsten deutschen Zensurkanzleien, der Kanzlei Schertz Bergmann. Das war ein Irrtum. Rechtsanwalt Felix Zimmermann und Rechtsanwältin Arand kommen aus der Kanzlei Schertz Bergmann. Wir wussten nicht, dass man das Auftreten derer Anwälte de facto riechen kann.” (Vollständiger Text HIER )

Genauso erlebe ich Zimmermann derzeit auch. Das Ganze ist ja umso tragischer, da Schertz Bergmann auch andere Seiten hat. Mein erster Kontakt mit denen war ein sehr positiver: Für Folge 99 von Fernsehkritik-TV hatte ich seinerzeit den Anwalt Sebastian Graalfs interviewt, da dieser ein wunderbares Urteil gegen die Sendung “Frauentausch” erwirkt hatte. Graalfs gehört ebenfalls zu Schertz Bergmann. Vielleicht sollte Kollege Zimmermann mal bei ihm anklopfen und sich ein bisschen was erzählen lassen über solche menschenunwürdigen Dokusoaps Marke “Frauentausch” und “Super Nanny”. Auch Bildblog wurde schon mal von Schertz Bergmann vertreten. Insofern ist mir schon klar, dass eine Anwaltskanzlei immer die Seite zu vertreten hat, zu der die Mandantschaft gerade gehört. Und dennoch gibt es ja Gründe dafür, warum manch hasserfüllter Prominenter ausgerechnet zu denen geht.

Im Übrigen hat der Kanzlei-Chef Christian Schertz ja selbst in einem Interview mit dem “Anwaltsblatt Kariere” deutlich gemacht, dass seine Kanzlei eigentlich nicht jeden Mandanten nehmen würde:

“Wir haben ganz klare Regeln: Wir vertreten keine Rechtsradikalen, keine Sexualstraftäter und keine Sekten. Die haben auch Anspruch auf einen Anwalt. Das können aber andere machen. Ich möchte aber meine Kenntnisse nicht Dingen zur Verfügung stellen, die ich grundsätzlich ablehne. Wir arbeiten auch nur mit den Methoden, die der Rechtsstaat uns bietet. Und ich mache auch keine Fälle, bei denen ich der Auffassung bin, dass ich eigentlich auf der falschen Seite stehe.” 

So so. Aber ist es dann nicht ein Widerspruch, auf der einen Seite ein Opfer der Sendung “Frauentausch” zu vertreten und andererseits eine Frau, die genau für solche Sendungen eines der prominentesten Aushängeschilder war? Und wie gesagt: Die Sachebene hat das ganze Verfahren ja längst verlassen. Meine Vermutung ist, dass Frau Saalfrank sowas wie “Blutrache” will. Sie ist verständlicherweise sauer darüber, dass ihr jemand in die Suppe spuckt und Aufklärung über das betrieben hat, was jahrelang hinter den Kulissen ihres RTL-Formats passierte. Ihr nach außen hin getragenes Bild der kinderlieben und erfahrenen Pädagogin hat Risse bekommen – und dazu habe ich zweifelsohne einen Beitrag geleistet. Aber daran trage ich ja nicht die Schuld, sondern am Ende eben Saalfrank selbst: Wer menschenunwürdiges Fernsehen macht, darf sich nicht über die Konsequenzen wundern.

Das Verfahren muss also weitergehen – auch wenn Schertz Bergmann noch zehn weitere Nebenkriegsschauplätze eröffnet. Aber was leider über den Verlauf und die Möglichkeiten vor Gericht entscheidet, ist immer auch der Geldsack. Und der ist bei mir mit Sicherheit deutlich kleiner als bei Saalfrank. Was ich also brauche, ist finanzielle Unterstützung – ansonsten bekommt hier nicht die Aufklärung Recht, sondern die Blutrache.

Wie bereits in Folge 133 erwähnt: Unser Solidaritäts-Shirt ist jetzt im Shop erhältlich. Es kostet mehr als die anderen T-Shirts, weil es eine Prozess-Abgabe beinhaltet:

soli_shirt

Wer lieber etwas spenden möchte, kann dies ebenfalls tun: Jeder, der mindestens 25 Euro spendet, bekommt unseren limitierten und nicht im Shop erhältlichen USB-Stick mit 4 GB Speicherplatz und eingraviertem FKTV-Logo geschenkt, auf dem sich eine exklusive Folge von “Das Studio” befindet, die nicht auf Massengeschmack oder DVD veröffentlicht wird:

usb-stick

Hier nochmal das Spenden-Konto:

Holger Kreymeier
Hamburger Sparkasse
Ktonr. 1317468310
BLZ 20050550

IBAN DE69200505501317468310
BIC HASPDEHHXXX

Stichwort: Spende Fernsehkritik-TV

Oder per Paypal an: [email protected]

 

Selbstverständlich freue ich mich auch über kleine Spenden – mir ist klar, dass nicht jede(r) 25 Euro raushauen kann. Jede Spende hilft! Ich möchte das Ganze so angenehm wie möglich gestalten. Wenn es weitere Ideen gibt für Spenden-Goodies, bin ich dafür offen. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, dass es hier darum geht, einem Goliath einen effektiven David entgegenzusetzen – und bekanntermaßen hat David dann am Ende ja gewonnen.
Herzlichen Dank für die Unterstützung. Der Kampf muss weitergehen!
Diskussion über diesen Text gern im entsprechenden Thread zu Folge 133.

geschrieben am 23.03.2014 von Fernsehkritiker ·

hansmeiser_ab

 

Huch, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Auf einen Blick” taucht Hans Meiser als einer von drei “Absteigern” der Woche auf. Offenbar scheinen die Macher der doch recht einfältigen TV-Zeitschrift nicht verstanden zu haben, worum es Meiser ging, als er dieses Zitat in Folge 129 von Fernsehkritik-TV von sich gab. Überhaupt scheint die Redaktion nicht verstanden zu haben, wie sehr sich derzeit die Fernsehlandschaft verändert – sonst würde sie nicht Hella von Sinnen ebenfalls zur Absteigerin machen, nur weil ihre neue Show im Internet und nicht im Fernsehen läuft. Und was der arme Pierre Brice nun verbrochen haben soll, ist mir total ein Rätsel.

Aber auch ein Blick auf die “Aufsteiger” lohnt. Veronica Ferres ist also eine Gewinnerin, weil sie mit irgendeinem öden ZDF-Krimi Oma und Opa geschlossen vor den Fernseher lockte und deshalb die Quote unter den geburtenstarken Jahrgängen ganz ordentlich war – ja, und? Und bei Zietlow und Hartwich ist das Internet nun also plötzlich doch ein nicht ganz unwichtiger Faktor. Gut, bei Hunziker mag man das durchaus als Aufstieg bezeichnen – allerdings wäre ein vorteilhafteres Foto von ihr noch passender gewesen…

Danke an Christian für den Scan!


geschrieben am 15.02.2014 von Fernsehkritiker ·

Der “Rundfunk-Beitragsservice” hat mir heute erneut eine Zahlungserinnerung geschickt. Vom Betrag her hat sich nichts geändert: Man will immer noch 57,33 Euro von mir – die ich natürlich nicht bezahlen werde. Schön finde ich die Information, dass ich künftig keine Zahlungsaufforderung mehr bekomme, wenn das Beitragskonto einen Rückstand aufweist. Ja, wunderbar: Dann sind wir uns ja einig, liebe GEZ!

GEZ_Bescheid_0214_500

 

Diskussion zu “Ich zahl’ nicht mehr” HIER


geschrieben am 13.02.2014 von Fernsehkritiker ·

DSDSpremium

 

Mit Dank an Johannes!


geschrieben am 14.01.2014 von Fernsehkritiker ·

tatort-allmaechtig

Ich habe mir am Sonntagabend den “Tatort” angeschaut, denn die Fälle von Batic und Leitmayr mag ich eigentlich am liebsten. Auch der neueste Film mit dem Titel “Allmächtig” versprach Interessantes: Da gibt es einen Sender namens “AAA”, auf dem ein schmieriger Interviewer (immerhin grandios gespielt von “heute Show”-Ensemblemitglied Alexander Schubert) Leute vor laufender Kamera bloßstellt. Als dieser also schließlich erschlagen aufgefunden wird, gibt es genug Verdächtige mit Motiv, die dank dem rücksichtslosen Mann mit Mikrofon zum Gespött der Nation geworden sind.

Klingt nach grandioser Kritik am Fernsehen, hat aber einen Schönheitsfehler: “AAA” ist ein Internet-Sender. Obwohl der Tote auch locker ein Charakter mit Anleihen an Christopher Posch oder eine Katharina Saalfrank hätte sein können (ich zumindest kenne mehrere Persönlichkeiten, die mit diesen genannten vermeintlichen TV-Helden gern mal zehn Minuten allein in einem Raum wären, um sich für Mobbing und Psychoterror zu revanchieren), traut sich dieser “Tatort” nicht, die Gelegenheit zu nutzen, das kommerzielle Fernsehen wegen seiner Methoden zu kritisieren. Stattdessen wird so getan, als sei das Internet neuerdings der Ort für pseudo-investigativen Trash-Journalismus. Und nicht nur das: Am Ende gibt es noch einen vollkommen unglaubwürdigen und absurden Twist in Richtung Exorzismus.

Ich ärgere mich sehr darüber, denn an sich war dieser “Tatort” sehr spannend und handwerklich auf allerhöchstem Niveau. Dass hier aber die große Chance vertan wurde, endlich mal mit voller Wucht Selbstkritik am Medium Fernsehen zu üben, hat mir den Abend versaut. Denn wieso ein Internet-Sender? Ich kenne nicht einen einzigen Kanal im Internet, der auch nur annährend solch einen menschenfeindlichen Unfug betreibt, wie er gezeigt wurde. Der ansonsten so gesellschaftskritische “Tatort” macht ein Fass auf, das es gar nicht gibt. Natürlich findet sich im Internet jede Menge Verachtung und Menschenfeindlichkeit, aber in dieser gezeigten Form ist mir nichts bekannt – lasse mich aber gern eines Besseren belehren. “Christopher Posch”, “Schwer verliebt”, “Stalker” & Co. – all das findet ausschließlich im Fernsehen statt. Nur ganz zu Beginn gibt es so etwas wie eine vage Kritik am klassischen TV – als eine Mitarbeiterin von “AAA” berichtet, nach drei Jahren sei nun ein Fernsehsender bei ihnen eingestiegen. Darauf wird aber nicht näher eingegangen im weiteren Verlauf. Die Botschaft ist damit eine vollkommen verdrehte: Es wird suggeriert, das Böse, das Unseriöse, das vorführende Bewegtbild finde immer erst im Internet seinen Anfang und greife dann vielleicht mal hier und da aufs Fernsehen über. In Wahrheit ist es wohl eher umgekehrt.

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Die Öffentlich-Rechtlichen sind inzwischen nicht mal mehr willens, an der einst so verschmähten privaten Konkurrenz Kritik zu üben. Kein Wunder, denn wenn auch eine Frau Katzenberger inzwischen selbst schon zur Hauptdarstellerin eines teuer finanzierten Fernsehfilms für das ARD-Hauptabendprogramm wird, dann wirkt Kritik am Trash-Fernsehen womöglich tatsächlich unfreiwillig komisch. Stattdessen aber das Internet da mit hineinzuziehen (wo ja in Wahrheit die Kritik an solcher Form von Fernsehen zum Glück stattfindet), ist nicht mehr lustig – es ist manipulativ, es ist feige, es ist Volksverdummung.

Der ARD-Tatort “Allmächtig” ist täglich ab 2o Uhr in der ARD-Mediathek zu sehen.

Diskussion zu diesem Blogtext


geschrieben am 22.12.2013 von Fernsehkritiker ·
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